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COME IN Weekly (KW 09)

03. März 2018

Willkommen zurück bei COME IN Weekly! 
Ich hoffe, ihr habe die eisige Kälte bisher gut überstanden und habt euch keine Erkältung eingefangen.  😎

Kommen wir gleich zum ersten Thema für die dieswöchige Weekly:

Bekanntlich macht der Mai alles neue. So auch in diesem Jahr, denn schon in acht Wochen beginnt hier in Deutschland die CSD-Zeit. Der erste deutsche Pride im Jahr 2018 findet am 05.05.2018 in Potsdam statt, zwei Wochen später geht die Party in Flensburg, Hannover und Greifswald weiter.

Für alle, denen Flensburg und co zu weit ist oder die einfach gerne queere Menschen aus der Magdeburger Szene kennenlernen wollen, empfehle ich den 25.08.2018 im Hinterkopf zu behalten. Im August feiert Magdeburg den Christopher-Street-Day und lädt alle Menschen auf dem LSBTTIQ* Spektrum und deren Verbündete dazu ein.

Weitere CSD-Termine in ganz Europa findet ihr hier.

 

Nun kommen wir zu meinem persönlichen Coming Out der Woche: Felix Jaehn.

Bisher bekannt für seine Remix-Versionen von Hits wie Photograph (Ed Sheeran) oder Cheerleader (Omi) erklärte er in einem aktuellen Interview, in dem er auf seinen neuen Hit “Don’t Say Love” angesprochen wurde: “Ich merkte damals, dass ein Mädchen mehr von mir wollte, […] aber ich wusste, dass ich auch Jungs gut finde. […] Dieser innere Konflikt ließ mich immer wieder vor festen Beziehungen zurückschrecken.”

Die Situation habe er erst einmal mit sich selber ausmachen wollen, bis er schließlich Hilfe in seiner Familie fand. Seine Brüder seien die Ersten gewesen, denen er sich anvertraute. Dadurch habe sich ein Knoten gelöst.

Ich bin in einem kleinen Dorf groß geworden […] wo vorgelebt wurde, dass es nicht normal ist, sich als Junge in Jungs zu verlieben. […] Ein Alptraum!

 

Jetzt träume er davon, einen Menschen zu finden, mit dem er sein Leben teilen könne. Gekrönt hat er das ganze mit dem Regenbogenemoji, den er öffentlich auf seiner Instagramseite gepostet hatte.

Bleibt zu hoffen, dass ihm großartige bi- oder homophobe Anfeindungen ersparen bleiben und er in naher Zukunft auch den Menschen finden kann, mit dem er glücklich wird und der ihn so akzeptiert, wie er ist.

 

Von jung zu alt (oder zumindest ein bisschen älter  😉 ) geht es jetzt nach Hamburg.

Am Mittwoch wurde die Neufassung des Hamburgischen Seniorenmitwirkungsgesetzes beschlossen. In der Neufassung ist nun auch explizit die Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt verankert. Diese Ergänzung ist – was leider doch sehr traurig ist – in Deutschland in dieser Form bisher einzigartig.

Kurz zum Hintergrund des Seniorenmitwirkungsgesetzes: Dieses gibt es seit 2012 und regelt die Mitwirkung von älteren Bürger*innen in ehrenamtlichen Bezirksseniorenbeiräten und im Landesseniorenbeirat. Die Anerkennung wurde deswegen veranlasst, damit der “Prozess des Älterwerdens in Würde und ohne Diskriminierung von der Stadt unterstützt werden kann”.

Christiane Blömeke, die seniorenpolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion erklärt dazu: “Vielfalt ist eine Stärke – auch in der Seniorenmitwirkung! Es ist gut und wichtig, diesen Grundsatz auch mit Blick auf die verschiedenen sexuellen Identitäten älterer Menschen im Seniorenmitwirkungsgesetz zu verankern. Dies ist ein klares Bekenntnis zur gleichberechtigten Teilhabe”

Man kann nur die Daumen drücken, dass auch andere Bundesländer nachziehen und ähnliche Gesetze in ihren Landesverfassungen verankern.

 

Auch auf EU-Ebene tut sich einiges im Bereich LSBTTIQ*-Rechte!

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag einen Bericht über die Lage der Grundrechte in der Europäischen Union beschlossen, in der auch Verbesserungen für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gefordert werden.

Klingt jetzt alles erst einmal etwas schwammig, oder?

Dieser Bericht regt an, in den Lehrplänen der Schule eine Maßnahme zur Aufklärung über die Werte der Toleranz aufzunehmen, um Diskriminierung aller Art zu erkennen. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf Homo-, Trans- oder Biphobie, sondern auch auf antimuslimische, antiafrikanische oder romafeindliche Äußerungen, die stark zu verurteilen sind. Es wird zudem bedauert, dass ” lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Personen (LGBTI) Mobbing und Belästigung erleben und in unterschiedlichen Bereichen ihres Lebens diskriminiert werden”. Hiergegen muss ganz klar angegangen werden, wobei vor allem eine frühe Aufklärung helfen kann.

Zusätzlich gab es noch zwei weitere Zusatzanträge, um die LSBTTIQ*-Rechte zu stärken: Zum einen wurde ein Antrag beschlossen, durch den Mitgliedsstaaten die Bewegungsfreiheit von gleichgeschlechtlichen Paaren und deren Familien garantieren müssen. Hintergrund des ganzen war die noch nicht überall eingeführte gleichgeschlechtliche Ehe oder eingetragene Partnerschaft. Länder wie z.B Polen oder Kroatien erkannten – beispielsweise in Deutschland geschlossene Partnerschaften – oftmals nicht an, was mit einem Rechteverlust der betroffenen Familien und Eheleute einherging.

Ein weiterer Antrag, dem zugestimmt wurde, war die Verurteilung der sogenannten Konversionstherapie. In Deutschland ist diese Praxis leider bislang noch legal, die Bundesregierung hatte sich bislang geweigert, die oft zwanghafte “Heilung” von Homosexualität zu verbieten.

Da Deutschland seit 2008 umfassende EU-Antidiskriminierungsrichtlinien blockiert, wird es sicherlich noch spannend zu sehen, ob und inwiefern die neuen Anträge auch hier in Deutschland umgesetzt werden.

 

Das wars für diese Woche mit COME IN Weekly.

Bleibt mir alle gesund  🙂 

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.