COME IN WEEKLY (KW 10)

11. März 2018

Hallo und herzlich Willkommen zurĂĽck zu COME IN WEEKLY!

Es ist wieder einiges in der queeren Welt passiert, also legen wir gleich los 🙂

 

Zu allererst eine lokale Erinnerung:

In der ersten COME IN WEEKLY wurde der Film “Call Me By Your Name” vorgestellt. Genau dieser Film startete Anfang März in den deutschen Kinos und kann in Magdeburg aktuell noch im Moritzhof gesehen werden.

Laut der offiziellen Homepage des Moritzhofs gibt es noch vier Vorstellungen, bevor der Film durch einen anderen ersetzt wird. Solltet ihr ihn also noch nicht gesehen haben, wird es höchste Zeit! Die letzte Vorstellung läuft am 14.3 um 17.45 Uhr.

 

 

Bleiben wir doch noch kurz beim Thema Filme …

Diese Woche wurden auch die Oscars verliehen! Unter anderem war “Call Me By Your Name” nominiert und räumte tatsächlich auch eine der begehrten Trophäen fĂĽr das beste adaptierte Drehbuch ab – Ein Gewinn fĂĽr die queere Community!

Neben dem Gewinn des Coming-Of-Age-Films gewann auch “Eine fantastische Frau – Una mujer fantástica” als bester fremdsprachiger Film. In dem Film geht es um eine Transfrau, die als Kellnerin arbeitet und nach dem plötzlichen Tod ihres älteren Freundes um ihr Recht auf Trauer kämpfen muss. Die Hauptdarstellerin Daniela Vega, die selbst trans ist, schrieb auĂźerdem Geschichte, da sie als erste Trans-Schauspielerin bei den Oscars als Moderatorin auftrat. Sie stellte den Song “Mystery of Love” aus dem Film “Call Me By Your Name” vor, der als bester Orginalsong nominiert war.

 

Von Hollywood nach Berlin und somit zum deutschen Parliament …

Die SĂĽddeutsche Zeitung hat sich letzte Woche einmal genau die Aufstellung der deutschen Abgeordneten angeschaut und festgestellt: Bei 709 Mitgliedern im Deutschen Bundestag sollte es – geht man nach der zehn-Prozent-Regel – wenigstens 70 queere Parlamentarier*innen geben.

Geht man nach der allgemeinen Repräsentation der deutschen Einwohner*innen müssten 7,3% nicht-heterosexuell sein, was bei 709 Mitgliedern genau 52 Politiker*innen wären.

FĂĽr den einen oder anderen nun vielleicht ĂĽberraschend: 43 der 709 Abgeordneten identifizieren sich als nicht-heterosexuell. Somit fehlen “nur” neun weitere Personen, um die deutsche queere Bevölkerung zu repräsentieren. Bei Frauen, Alten, Jungen, Migranten, Muslimen, Menschen mit Behinderung oder mit Hauptschulabschluss, Alleinstehenden sowie Dorfbewohnern sieht das allerdings leider ganz anders aus.

Was jedoch heiĂźt das genau? Von den 709 Politiker*innen haben nur 280 den detaillierten Fragebogen zurĂĽckgeschickt; viele sind nicht geoutet oder haben ĂĽberhaupt nicht an der Umfrage der SZ teilgenommen. Auch sagt das nicht sonderlich viel ĂĽber die Vertretung von LSBTTIQ*-Rechte aus. Immerhin gibt es seit der Bundestagswahl 2017 Alice Weidel, die zwar lesbisch ist, aber aktiv gegen die Ehe fĂĽr alle vorgeht.

Ich frage mich ja, was ihre Ehefrau davon hält.

 

Zum Schluss nochmal ein kleiner Ausflug nach Amerika und in die dortige Politik:

Die Diskriminierung von Transpersonen ist in den USA nach einem BĂĽrgerrechtsgesetz aus dem Jahr 1964 verboten. Das hat ein Bundesberufungsgericht in Cincinnati (US-Bundesstaat Ohio) am Mittwoch entschieden. Der “United States Court of Appeals for the Sixth Circuit” hatte ĂĽber einen Fall eines Bestattungsinstituts in Garden City (US-Bundesstaat Michigan) entschieden, das eine Trans-Mitarbeiterin wegen ihrer Geschlechtsidentität fristlos gefeuert hatte.

Das Unternehmen, das Aimee Stephans zuvor angestellt hatte, hatte sie 2013 gefeuert, nachdem sie sich outete. Die BegrĂĽndung ihres Chefs war, dass “das Geschlecht einer Person unabänderbar und gottgegeben” sei.

2016 wurde schon mal ĂĽber den Fall entschieden – Damals, mit Hilfe eines von George W. Bush ernannten Juristen – bekam der christliche Arbeitgeber Recht. Aimee sei eine “erhebliche Belastung” fĂĽr das Unternehmen. Nun aber haben drei Richterinnen in Cincinnati die Auffassung einstimmig zurĂĽckgewiesen. 

In “Title VII” des BĂĽrgerrechtsgesetzes wird unter anderem auch das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes festgelegt; darunter wĂĽrde das Merkmal Geschlechtsidentität fallen und somit sei es fĂĽr Christen keine “substanzielle Bedeutung”, Trans-Arbeiternehmer*innen zu beschäftigen.

Allerdings ist die Entscheidung noch nicht endgĂĽltig – der Supreme Court in Washington wird wohl noch das letzte Wort haben. 

 

Das wars erstmal wieder mit COME IN WEEKLY.

Bleibt mir gesund! 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.