COME IN Weekly (KW 16)

21. April 2018

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu COME IN Weekly – eurer queeren Kolumne!

Diese Woche fangen wir mit meinem persönlichen Lieblingsthema an: Popkultur.

 

Anfang der Woche teilte RM (bürgerlich Kim Namjoon) – Leader der K-Pop-Band BTS – über Twitter einen Screenshot des Liedes „Strawberries & Cigarettes“, gesungen von Troye Sivan und Teil des Soundtracks für den Coming-Of-Age/Coming-Out-Film Love, Simon.

Betitelt hatte er den Screenshot mit „좋다~~ #RMusic“ (Koreanisch: Es ist wirklich gut #RMusik). Gefeiert wurde dies von ARMYs (Name der BTS-Fans) auf der ganzen Welt. Als „König der LSBTTIQ* Community“ (king of gays) wurde er von vielen betitelt. Auch wurde ihm für seine kontinuierliche Unterstützung gedankt, denn das war nicht das erste Mal, dass RM queeren Inhalt auf der offiziellen Band-Twitterseite geteilt hatte.

Bereits zuvor hatte er Macklemores „Same Love“ empfohlen und war über den Hintergrundgeschichte des Liedes erfreut. Auch Troye Sivan ist einer der Künstler, die BTS mehrfach und wiederholt ihren Fans ans Herz legen. Dabei ist zu beachten, dass Queerness in Südkorea immer noch ein sehr schwieriges Thema ist, das stark stigmatisiert wird.

Anfang des Jahres gab es erst das erste Idol (HOLLAND), das sich als schwul geoutet hatte und damit kein Geheimnis um seine Identität machte.

 

Bleiben wir gleich bei dem Thema K-Pop und Queerness: Ebenfalls Anfang der Woche wurde auf Twitter der Hashtag #LGBTQCarats gestartet. Carat(s) ist der Fanname der 13-köpfigen koreanischen Idolgruppe SEVENTEEN. Fans wollten mit dem Hashtag damit aufmerksam machen, dass es durchaus lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, asexuelle oder einfach queere K-Pop-Fans gibt.

SEVENTEEN selbst ist in der K-Pop-Szene als durchaus aufgeklärte Band bekannt – Vor allem Vernon (bürgerlich Hansol Vernon Chwe) setzt sich als Halbkoreaner gegen Rassismus im südkoreanischen Raum ein und versucht, die Körperpositivität unter seinen Bandkollegen zu verbreiten.

Der Hashtag hatte großen Anklang gefunden – Viele nutzten #LGBTQCarats auch, um sich das erste Mal zu outen.

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Fankulturen Menschen zusammenbringen und ihnen helfen können, sich so zu akzeptieren, wie sie sind.

 

Kommen wir von Korea nach Polen: Robert Biedroń, Polens erster offen schwul lebender Bürgermeister, möchte 2020 für die Wahl des Bundespräsidenten kandidieren.

Aktuell schaut es tatsächlich so aus, als würden 25% der polnischen Bevölkerung für ihn stimmen und das, obwohl zwischen 50 und 70% des Landes gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen sind. Dazu kommt zudem, dass gute 90% römisch-katholisch

sind – Biedroń jedoch bezeichnet sich selbst als Atheist.

Auch wenn sein Erfolg erstmal untypisch erscheint, will Biedroń sich nicht verbiegen und genau der bleiben, der er ist: Ein linksorientierter, schwuler, atheistischer Politiker, der zudem im Vorstand der „Polnischen Kampagne gegen Homophobie“ agiert.

Bleibt ihm nur alles Gute für die kommende Wahl zu wünschen!

 

Neuigkeiten gibt es nun auch wieder aus Bayern:

Nach der jahrelangen Debatte können evangelische Pfarrer*innen in Bayern künftig gleichgeschlechtliche Paare im Gottesdienst segnen.

 

Allerdings – und das ist wichtig anzumerken – können Pfarrer*innen, die die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares nicht „mit ihrem Gewissen vereinen können“, jene auch ablehnen.

 

Die Regelungen der Landeskirchen sind ebenfalls unterschiedlich – Teils wird die Segnung einer Trauung gleichgestellt, teils ist sie keine offizielle Amtshandlung.

Trotz alledem – Herzlichen Glückwunsch an die evangelischen Gemeinden!

 

Zu guterletzt noch etwas in sachsen-anhaltischer Sache:

Der LSVD Sachsen-Anhalt e.V hat eine Pressemeldung zu Leo e.V. herausgegeben. Der Verein um Pfarrer Bernhard Ritter führt Seminare zur “Heilung von Homosexualität” durch und betitelt diese als Störung. Laut Ritter sei dies ein Produkt von Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen.

In der PM verlangt der LSVD eine klare Stellungnahme des Landkreises, in dem Leo e.V. agiert, sowie eine klare Distanzierung der sachsen-anhaltischen Landespolitik von dem Verein.

Der LSVD Sachsen-Anhalt stellt klar: Für Homophobie darf es keine Förderung geben.

 

Coming Out der Woche: Zander Hodgson.

Der 27-jährige Schauspieler hat sich diese Woche auf seinem YouTube Channel als schwul geoutet. Ihm sei es wichtig, ein Vorbild für queere Kinder und Jugendliche zu sein und möchte ihnen damit zeigen, dass sie nicht allein seien. Auch sei es ihm egal, wenn er durch sein Coming-Out einen beruflichen Nachteil erleiden würde. Er wolle sich nicht verstecken.

 

Das wars für die dieswöchige Weekly!

Euch allen wünsche ich ein sonniges Wochenende 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs COME IN sein muss.