COME IN Weekly (KW 17)

29. April 2018

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei COME IN Weekly.

Wöchentlich berichte ich über queere News aus aller Welt und auch diese Woche gab es viel zu lesen 🙂

Fangen wir also gleich mal an.

 

Die 17. Kalenderwoche schien die persönliche Coming-Out-Woche einiger Stars gewesen zu sein.

Den Anfang machte Sängerin Kehlani, die sich bereits letzten Sonntag auf Twitter als queer outete.

In einem Tweet erklärt sie, dass sie immer noch regelmäßig nach ihrer sexuell-romantischen Identität gefragt werden würde und räumte mit allen Gerüchten ein für alle mal auf: “cuz i keep geddin asked.. i’m queer. not bi, not straight. i’m attracted to women, men, REALLY attracted to queer men, non binary people, intersex people, trans people. lil poly pansexual papi hello good morning. does that answer your questions? ✨” (dt: “Weil ich immer danach gefragt werde.. Ich bin queer. Nicht bi, nicht hetero. Ich fühle mich zu Frauen*, Männern*, vor allem queeren Männern*, nicht-binären Menschen, inter* Menschen und trans* Menschen hingezogen. Kleiner poly pansexueller Papi, hallo, guten Morgen. Beantwortet das deine Fragen?“)

Zudem kritisierte sie Menschen, die queere Männer* nur aufgrunddessen ablehnte, weil  sie eben nicht 100%-ig hetero sind: “if ur attracted to a man and then change your energy up when you find out he’s sexually ambiguous or queer, thass gross.” (dt: “Wenn du dich zu einem Mann* hingezogen fühlst und du änderst deine Meinung, weil du rausfindest, dass er nicht nur hetero oder sogar queer ist, dann ist das echt ekelhaft.“)

 

Ebenso outete sich Kollegin Janelle Monáe, um die es schon seit ihrem letzten Musikvideo Gerüchte gab, sie sei möglicherweise nicht hetero, als queer. Zunächst dachte sie, sie sei bisexuell, lernte dann aber mehr über den Begriff “pansexuell” und was dieser bedeutet und sagt nun, dass sie sich mit Aspekten beider Identitäten identifiziert.

Ihr neues Album “Dirty Computer” beschreibt sie als Album für die Jugendlichen, die immer noch Probleme damit haben, ihre sexuell-romantische Identität zu akzeptieren oder deswegen gemobbt werden: “I want young girls, young boys, nonbinary, gay, straight, queer people who are having a hard time dealing with their sexuality, dealing with feeling ostracized or bullied for just being their unique selves, to know that I see you. This album is for you. Be proud.” (dt: “Ich will, dass junge Mädchen*, junge Jungs*, nicht-binäre Menschen, homosexuelle, heterosexuelle und queere Menschen, denen es schwer fällt, sich mit ihrer Sexualität auseinander zu setzen, die ausgegrenzt oder gemobbt werden und das nur, weil sie sie selbst sind, wissen, dass ich sie sehe. Das Album ist für euch. Seid stolz auf euch.“)

 

Bleiben wir gleich beim Thema Queerness und Musik:

Amber Liu, Sängerin der koreanischen Band f(x), hatte vor zwei Wochen ihr Mixtape veröffentlicht. Darunter auch das Lied LIFELINE, in dem sie zwei nicht-weiße männliche Tänzer gefeatured hat. Die Idee, die im Lied dargestellte Liebesgeschichte durch ein gleichgeschlechtliches Paar dazustellen, kam ihr beim Brainstormen mit ihren Freund*innen.

Wie bereits in einer vorherigen WEEKLY erwähnt, ist es noch relativ unüblich in Korea, das Thema Queerness/Homosexualität offen anzusprechen, doch es ist nicht das erste Mal, dass Amber vorhandene Grenzen in Korea überschritten hat. Sie selbst bezeichnet sich als androgynen Tomboy und ist zudem noch stark tätowiert, was in Südkorea immer wieder für Irritationen gesorgt hat.

Amber selbst bezeichnet sich als Ally der LSBTTIQ*-Szene in dem Billboard-Interview zu ihrem Mixtape und sagt zudem: “It’s just love. Love is eternal. Love takes on many shapes and forms and this song is for whoever you want to sing it. Gay, straight, bi, whatever, it doesn’t matter. Love is love” (dt: “Es ist einfach nur Liebe. Liebe ist unendlich. Liebe gibt es in vielen Formen und Arten und dieses Lied [LIFELINE] könnte für jede Person sein. Homosexuell, heterosexuell, bisexuell – was auch immer, es ist egal. Liebe ist Liebe“)

 

Eine künstlerisch-wertvollen Beitrag lieferte uns diese Woche außerdem Schleswig-Holstein:

Das Land Schleswig-Holstein fördert ein queeres Kinderbuch und eine Lesereihe um eine Regenbogenfamilie – gleichzeitig erscheint die zweite Auflage des ersten LGBTI-Märchenbands.

“Die neun bunten Königinnenreiche – queere Märchen nicht nur für Kinder” handelt von gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Regenbogenfamilien, Menschen mit Behinderung, starken Mädchen und Vielfalt auf allen Ebenen. Da gibt es ein Rollstuhlmädchen, was mit ihren beiden Papas ihr Lachen sucht, eine Spinne, die ihr Geschlecht nicht festlegen will, eine dreiarmige Postbotin, die in eine Frau verliebt ist, die drei Außerirdischen Gaxi, Goxi und Guxi, die fünf Geschlechter haben, aber auch einen Bösewicht, die oder der alles auf den Kopf stellt.

Ein Minibuch, das sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt und vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Jugend finanziert wird, könnt ihr hier per PDF runterladen.

 

Und zu guter Letzt noch eine sehr positive Nachricht aus Amerika:

In Massachusetts sollen ab Herbst 2018 LSBTTIQ*-inklusive Schulinhalte unterrichtet werden.

Im Bereich Gesundheit, Geschichte und Englisch wollen amerikanische Lehrer*innen Themen wie Stonewall oder queere Autor*innen ihren Schüler*innen näherbringen. Die Materialien wurden vom Massachusetts Safe Schools Program for LGBTQ Students (Massachusetts Sichere Schulen Programm für LSBTTIQ* Schüler*innen) und der Massachusetts Commission on LGBTQ Youth (Massachussetts Kommission für LSBTTIQ* Jugendliche) erstellt. Verpflichtend sind sie zwar nicht, doch die Initiator*innen hoffen, dass öffentliche Schulen das Material zumindest teilweise in ihren Unterricht miteinbauen.

 

Das wars auch schon für diese Woche! 🙂

Genießt das verlängerte Wochenende  😎 

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.