COME IN Weekly (KW 19)

13. Mai 2018

Hallo alle miteinander und herzlich Willkommen zurĂĽck zu COME IN Weekly – der queeren Kolumne des COME INs 🙂

Auch diese Woche ist wieder einiges passiert – legen wir also gleich mal los!

 

In Pakistan wurden diese Woche Gesetze zum Schutz von trans* und inter* Personen beschlossen.

Das Gesetz umfasst nicht nur die Möglichkeit der Ă„nderung des Geschlechtseintrags – neben “männlich” und “weiblich” ist nun auch der Eintrag “gemischt” und “keins” möglich – sondern verbietet zudem die Diskriminierung von trans* Personen in Schulen, am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen und im öffentlichen Nahverkehr.

Zusätzlich werden Regelungen zum Erbschaftsrecht geschaffen, Zufluchtszentren und spezielle Gefängnistrakte gefordert und das Recht auf aktive und passive Wahl und das Ausübung eines öffentlichen Amtes eingefordert.

Das Hauptproblem ist, dass aktuell noch nicht feststeht, wann die Gesetze umgesetzt werden und inwieweit mögliche Verstoße geahndet werden.

 

Auch in Deutschland gibt es Neuigkeiten zum Thema “drittes Geschlecht”:

Nachdem im vergangenen Jahr beschlossen wurde, dass es einen dritten Geschlechtseintrag für inter* Menschen in Deutschland geben sollte, gab es Anfang der Woche die ersten Vorschläge für eine mögliche Benennung des sogenannten dritten Geschlechts.

Das aktuelle Gesetz will inter* Personen im Personalausweis zukünftig als „anderes“ bezeichnen – statt als „inter“ oder „divers“, wie es Fachverbände gefordert hatten. Zudem soll es kein Operationsverbot an intergeschlechtlichen Kindern geben.

 

Zudem wird ein medizinisches Gutachten verlangt, um die “dritte Option” als Geschlechtseintrag nutzen zu können. Diese Gutachten werden von vielen Fachverbänden stark verurteilt, weil damit eine Stigmatisierung von Intersexualität als Krankheit einhergeht. Die Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM) etwa lehnt pathologisierenden Kategorien wie „Störung“ ab.

 

Und noch etwas wird gerade fĂĽr Deutschland gefordert: Das Verbot der Konversionstherapie.

Nachdem Leo e.V die letzten Wochen Schlagzeilen machten und in Sachsen-Anhalt wieder als “Homo-Heiler” unter dem Schutzmantel eines Jugendarbeitträgers agieren wollte, rief AllOut nun dazu auf, Konversionstherapie in Deutschland komplett zu verbieten.

Die Petition, die sich an den Gesundheitsminister Jens Spahn richtet, könnt ihr hier finden.

 

Ein Bundesstaat in Amerika ist da schon deutlich weiter: New Hampshire ist nun der 13. Staat, der die Konversionstherapie an queeren Kindern und Jugendlichen unter 18 verbietet.

Das Repräsentatenhaus wird zwar hauptsächlich von Republikaner*innen kontrolliert, doch bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes hatte sich der Regierungschef Chris Sununu klar gegen Konversionstherapien ausgesprochen, sodass eine Durchsetzung sehr wahrscheinlich ist.

 

Ebenfalls positives ist aus Kuba zu vermelden: Mariela Castro – Nichte von Fidel Castro – hatte letzte Woche bekannt gegeben, dass in der geplanten Reform der kubanischen Verfassung auch die Ehe-Ă–ffnung verankert werden soll.

Bisher ist in Kuba nur die Eheschließung zwischen Mann und Frau erlaubt, obwohl dort – von Mariela Castro inszeniert – schon seit Jahren immer wieder symbolische gleichgeschlechtliche Trauungen durchgeführt werden.

 

Und mit so vielen doch positiven Nachrichten beenden wir diese Woche die WEEKLY. 🙂

Noch eine kleine Erinnerung zum Schluss: Am 17.05 (Donnerstag) ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie. Falls ihr Lust habt, diesen zu feiern, findet ihr in Magdeburg, Halle oder Stendal Veranstaltungen, die von verschiedenen Träger*innen der Queerarbeit organisiert werden.

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.