COME IN Weekly (KW 18)

Hallo und herzlich willkommen zurück bei COME IN Weekly, eurer queeren Wochenkolumne! 🙂

Zuerst einmal möchte ich auf den kommenden IDAHOT aufmerksam machen: Der IDAHOT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie) findet am Donnerstag, dem 17. Mai in Sachsen-Anhalt in Halle, Magdeburg und Stendal statt.

In Halle wird es – organisiert von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, der AK Queer und dem bbz Lebensart e.V. – einen Vortrag zum Thema “Von Mama und Mami, extra-Papas und Viertelgeschwistern” an der Martin-Luther-Universität geben, in Magdeburg wird es – organisiert von der AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V., dem CSD Magdeburg und DykeAndGay – am Ulrichplatz verschiedene Infostände und Redebeiträge geben und in Stendal wird der LSVD Sachsen-Anhalt e.V. vertreten sein und um 17.00 Uhr in der Stendaler Innenstadt den Rainbowflash abhalten.

Falls ihr also Lust habt, euch mit queeren Leuten aus Sachsen-Anhalt zu unterhalten, könnt ihr verschiedenste Leute aus der Community an diesem Tag in diesen drei Städten finden!

 

Kommen wir nun zu den queeren Nachrichten dieser Woche:

Hawaii ist nun der 12. Staat in den USA, der die Konversionstherapie für Jugendliche verboten hat.

Beide Kammern des Parlaments im US-Bundesstaat Hawaii haben am Freitag ein Verbot von “Therapien” beschlossen, die zum Ziel haben, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von Kindern und Jugendlichen zu “ändern” – im Senat hatte es nur eine Gegenstimme gegen SB 370 gegeben.

Das Gesetz soll sicherstellen, dass LSBTIQ*-Jugendliche nicht von Ärzt*innen oder Psychiater*innen gefoltert werden, erklärte der Chef der demokratischen LGBTIQ*-Parlamentariergruppe Michael Golojuch. Über ein Verbot der “Therapien”, das nicht nur für Jugendliche gelten soll, diskutiert aktuell der Bundesstaat Kalifornien.

 

Das Medienprojekt queerblick hatte diese Woche den spanischen Kurzfilm “Ein Stern weniger am Himmel” mit deutschen Untertiteln ergänzt und ihn somit dem deutschen queeren Publikum zugänglich gemacht, das (noch) nicht fließend Spanisch spricht.

In dem Film geht es Miguel, der sich in seinen besten Freund und Klassenkameraden Lucas verliebt.

Roberto Carlos, der beim Dreh des Films 17 Jahre halt war, spielte nicht nur selbst die Hauptrolle, sondern drehte ebenso den Kurzfilm.

Solltet ihr nun Lust haben, euch den Film einmal anzusehen, könnt ihr ihn hier finden.

 

Eine nicht ganz so erfreuliche Nachricht gibt es aus Kenya:

Dort wurde der Film “Rafiki” verboten. 

Der Film, in dem es um die Liebesbeziehung zweier Frauen geht, wurde vor seiner Premiere beim internationalen Filmfestival Cannes verboten, da er “das Lesbischsein promoten würde”. Homosexualität ist in Kenya verboten und kann mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden.

 

 

Und zu guter letzt nochmal Nachrichten aus Amerika:

San Francisco hat einstimmig dafür gestimmt, das queere Szeneviertel im Westen des Stadtviertels South of Market (SoMa) unter besonderen Schutz zu stellen. Nun ist SoMa ein LGBTIQ*- und Leder-Kulturviertel, was bedeutet, dass Grundstücke, Einrichtungen oder Orte von historischer Bedeutung besonders vor Veränderungen geschützt werden.

Bereits im vergangenen Monat hatte der Stadtrat beschlossen, die Abfertigungshalle “Terminal 1” des Flughafens von San Francisco in “Harvey-Milk-Terminal” umzubenennen.

 

Coming Out der Woche ist Anne-Marie!

Die Popsängerin, die schon als opening act für Ed Sheeran gespielt hat, hatte sich diese Woche in einem Interview als bisexuell geoutet und meinte, dass sie möge, wen auch immer sie möge. Sie hatte nie das Bedürfnis, sich deswegen unbedingt zu outen, weil Liebe für sie einfach Liebe ist.

 

 

Das wars auch schon für diese Woche. 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 17)

Hallo und herzlich Willkommen zurück bei COME IN Weekly.

Wöchentlich berichte ich über queere News aus aller Welt und auch diese Woche gab es viel zu lesen 🙂

Fangen wir also gleich mal an.

 

Die 17. Kalenderwoche schien die persönliche Coming-Out-Woche einiger Stars gewesen zu sein.

Den Anfang machte Sängerin Kehlani, die sich bereits letzten Sonntag auf Twitter als queer outete.

In einem Tweet erklärt sie, dass sie immer noch regelmäßig nach ihrer sexuell-romantischen Identität gefragt werden würde und räumte mit allen Gerüchten ein für alle mal auf: “cuz i keep geddin asked.. i’m queer. not bi, not straight. i’m attracted to women, men, REALLY attracted to queer men, non binary people, intersex people, trans people. lil poly pansexual papi hello good morning. does that answer your questions? ✨” (dt: “Weil ich immer danach gefragt werde.. Ich bin queer. Nicht bi, nicht hetero. Ich fühle mich zu Frauen*, Männern*, vor allem queeren Männern*, nicht-binären Menschen, inter* Menschen und trans* Menschen hingezogen. Kleiner poly pansexueller Papi, hallo, guten Morgen. Beantwortet das deine Fragen?“)

Zudem kritisierte sie Menschen, die queere Männer* nur aufgrunddessen ablehnte, weil  sie eben nicht 100%-ig hetero sind: “if ur attracted to a man and then change your energy up when you find out he’s sexually ambiguous or queer, thass gross.” (dt: “Wenn du dich zu einem Mann* hingezogen fühlst und du änderst deine Meinung, weil du rausfindest, dass er nicht nur hetero oder sogar queer ist, dann ist das echt ekelhaft.“)

 

Ebenso outete sich Kollegin Janelle Monáe, um die es schon seit ihrem letzten Musikvideo Gerüchte gab, sie sei möglicherweise nicht hetero, als queer. Zunächst dachte sie, sie sei bisexuell, lernte dann aber mehr über den Begriff “pansexuell” und was dieser bedeutet und sagt nun, dass sie sich mit Aspekten beider Identitäten identifiziert.

Ihr neues Album “Dirty Computer” beschreibt sie als Album für die Jugendlichen, die immer noch Probleme damit haben, ihre sexuell-romantische Identität zu akzeptieren oder deswegen gemobbt werden: “I want young girls, young boys, nonbinary, gay, straight, queer people who are having a hard time dealing with their sexuality, dealing with feeling ostracized or bullied for just being their unique selves, to know that I see you. This album is for you. Be proud.” (dt: “Ich will, dass junge Mädchen*, junge Jungs*, nicht-binäre Menschen, homosexuelle, heterosexuelle und queere Menschen, denen es schwer fällt, sich mit ihrer Sexualität auseinander zu setzen, die ausgegrenzt oder gemobbt werden und das nur, weil sie sie selbst sind, wissen, dass ich sie sehe. Das Album ist für euch. Seid stolz auf euch.“)

 

Bleiben wir gleich beim Thema Queerness und Musik:

Amber Liu, Sängerin der koreanischen Band f(x), hatte vor zwei Wochen ihr Mixtape veröffentlicht. Darunter auch das Lied LIFELINE, in dem sie zwei nicht-weiße männliche Tänzer gefeatured hat. Die Idee, die im Lied dargestellte Liebesgeschichte durch ein gleichgeschlechtliches Paar dazustellen, kam ihr beim Brainstormen mit ihren Freund*innen.

Wie bereits in einer vorherigen WEEKLY erwähnt, ist es noch relativ unüblich in Korea, das Thema Queerness/Homosexualität offen anzusprechen, doch es ist nicht das erste Mal, dass Amber vorhandene Grenzen in Korea überschritten hat. Sie selbst bezeichnet sich als androgynen Tomboy und ist zudem noch stark tätowiert, was in Südkorea immer wieder für Irritationen gesorgt hat.

Amber selbst bezeichnet sich als Ally der LSBTTIQ*-Szene in dem Billboard-Interview zu ihrem Mixtape und sagt zudem: “It’s just love. Love is eternal. Love takes on many shapes and forms and this song is for whoever you want to sing it. Gay, straight, bi, whatever, it doesn’t matter. Love is love” (dt: “Es ist einfach nur Liebe. Liebe ist unendlich. Liebe gibt es in vielen Formen und Arten und dieses Lied [LIFELINE] könnte für jede Person sein. Homosexuell, heterosexuell, bisexuell – was auch immer, es ist egal. Liebe ist Liebe“)

 

Eine künstlerisch-wertvollen Beitrag lieferte uns diese Woche außerdem Schleswig-Holstein:

Das Land Schleswig-Holstein fördert ein queeres Kinderbuch und eine Lesereihe um eine Regenbogenfamilie – gleichzeitig erscheint die zweite Auflage des ersten LGBTI-Märchenbands.

“Die neun bunten Königinnenreiche – queere Märchen nicht nur für Kinder” handelt von gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Regenbogenfamilien, Menschen mit Behinderung, starken Mädchen und Vielfalt auf allen Ebenen. Da gibt es ein Rollstuhlmädchen, was mit ihren beiden Papas ihr Lachen sucht, eine Spinne, die ihr Geschlecht nicht festlegen will, eine dreiarmige Postbotin, die in eine Frau verliebt ist, die drei Außerirdischen Gaxi, Goxi und Guxi, die fünf Geschlechter haben, aber auch einen Bösewicht, die oder der alles auf den Kopf stellt.

Ein Minibuch, das sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt und vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Jugend finanziert wird, könnt ihr hier per PDF runterladen.

 

Und zu guter Letzt noch eine sehr positive Nachricht aus Amerika:

In Massachusetts sollen ab Herbst 2018 LSBTTIQ*-inklusive Schulinhalte unterrichtet werden.

Im Bereich Gesundheit, Geschichte und Englisch wollen amerikanische Lehrer*innen Themen wie Stonewall oder queere Autor*innen ihren Schüler*innen näherbringen. Die Materialien wurden vom Massachusetts Safe Schools Program for LGBTQ Students (Massachusetts Sichere Schulen Programm für LSBTTIQ* Schüler*innen) und der Massachusetts Commission on LGBTQ Youth (Massachussetts Kommission für LSBTTIQ* Jugendliche) erstellt. Verpflichtend sind sie zwar nicht, doch die Initiator*innen hoffen, dass öffentliche Schulen das Material zumindest teilweise in ihren Unterricht miteinbauen.

 

Das wars auch schon für diese Woche! 🙂

Genießt das verlängerte Wochenende  😎 

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 16)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu COME IN Weekly – eurer queeren Kolumne!

Diese Woche fangen wir mit meinem persönlichen Lieblingsthema an: Popkultur.

 

Anfang der Woche teilte RM (bürgerlich Kim Namjoon) – Leader der K-Pop-Band BTS – über Twitter einen Screenshot des Liedes „Strawberries & Cigarettes“, gesungen von Troye Sivan und Teil des Soundtracks für den Coming-Of-Age/Coming-Out-Film Love, Simon.

Betitelt hatte er den Screenshot mit „좋다~~ #RMusic“ (Koreanisch: Es ist wirklich gut #RMusik). Gefeiert wurde dies von ARMYs (Name der BTS-Fans) auf der ganzen Welt. Als „König der LSBTTIQ* Community“ (king of gays) wurde er von vielen betitelt. Auch wurde ihm für seine kontinuierliche Unterstützung gedankt, denn das war nicht das erste Mal, dass RM queeren Inhalt auf der offiziellen Band-Twitterseite geteilt hatte.

Bereits zuvor hatte er Macklemores „Same Love“ empfohlen und war über den Hintergrundgeschichte des Liedes erfreut. Auch Troye Sivan ist einer der Künstler, die BTS mehrfach und wiederholt ihren Fans ans Herz legen. Dabei ist zu beachten, dass Queerness in Südkorea immer noch ein sehr schwieriges Thema ist, das stark stigmatisiert wird.

Anfang des Jahres gab es erst das erste Idol (HOLLAND), das sich als schwul geoutet hatte und damit kein Geheimnis um seine Identität machte.

 

Bleiben wir gleich bei dem Thema K-Pop und Queerness: Ebenfalls Anfang der Woche wurde auf Twitter der Hashtag #LGBTQCarats gestartet. Carat(s) ist der Fanname der 13-köpfigen koreanischen Idolgruppe SEVENTEEN. Fans wollten mit dem Hashtag damit aufmerksam machen, dass es durchaus lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, asexuelle oder einfach queere K-Pop-Fans gibt.

SEVENTEEN selbst ist in der K-Pop-Szene als durchaus aufgeklärte Band bekannt – Vor allem Vernon (bürgerlich Hansol Vernon Chwe) setzt sich als Halbkoreaner gegen Rassismus im südkoreanischen Raum ein und versucht, die Körperpositivität unter seinen Bandkollegen zu verbreiten.

Der Hashtag hatte großen Anklang gefunden – Viele nutzten #LGBTQCarats auch, um sich das erste Mal zu outen.

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie Fankulturen Menschen zusammenbringen und ihnen helfen können, sich so zu akzeptieren, wie sie sind.

 

Kommen wir von Korea nach Polen: Robert Biedroń, Polens erster offen schwul lebender Bürgermeister, möchte 2020 für die Wahl des Bundespräsidenten kandidieren.

Aktuell schaut es tatsächlich so aus, als würden 25% der polnischen Bevölkerung für ihn stimmen und das, obwohl zwischen 50 und 70% des Landes gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen sind. Dazu kommt zudem, dass gute 90% römisch-katholisch

sind – Biedroń jedoch bezeichnet sich selbst als Atheist.

Auch wenn sein Erfolg erstmal untypisch erscheint, will Biedroń sich nicht verbiegen und genau der bleiben, der er ist: Ein linksorientierter, schwuler, atheistischer Politiker, der zudem im Vorstand der „Polnischen Kampagne gegen Homophobie“ agiert.

Bleibt ihm nur alles Gute für die kommende Wahl zu wünschen!

 

Neuigkeiten gibt es nun auch wieder aus Bayern:

Nach der jahrelangen Debatte können evangelische Pfarrer*innen in Bayern künftig gleichgeschlechtliche Paare im Gottesdienst segnen.

 

Allerdings – und das ist wichtig anzumerken – können Pfarrer*innen, die die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares nicht „mit ihrem Gewissen vereinen können“, jene auch ablehnen.

 

Die Regelungen der Landeskirchen sind ebenfalls unterschiedlich – Teils wird die Segnung einer Trauung gleichgestellt, teils ist sie keine offizielle Amtshandlung.

Trotz alledem – Herzlichen Glückwunsch an die evangelischen Gemeinden!

 

Zu guterletzt noch etwas in sachsen-anhaltischer Sache:

Der LSVD Sachsen-Anhalt e.V hat eine Pressemeldung zu Leo e.V. herausgegeben. Der Verein um Pfarrer Bernhard Ritter führt Seminare zur “Heilung von Homosexualität” durch und betitelt diese als Störung. Laut Ritter sei dies ein Produkt von Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen.

In der PM verlangt der LSVD eine klare Stellungnahme des Landkreises, in dem Leo e.V. agiert, sowie eine klare Distanzierung der sachsen-anhaltischen Landespolitik von dem Verein.

Der LSVD Sachsen-Anhalt stellt klar: Für Homophobie darf es keine Förderung geben.

 

Coming Out der Woche: Zander Hodgson.

Der 27-jährige Schauspieler hat sich diese Woche auf seinem YouTube Channel als schwul geoutet. Ihm sei es wichtig, ein Vorbild für queere Kinder und Jugendliche zu sein und möchte ihnen damit zeigen, dass sie nicht allein seien. Auch sei es ihm egal, wenn er durch sein Coming-Out einen beruflichen Nachteil erleiden würde. Er wolle sich nicht verstecken.

 

Das wars für die dieswöchige Weekly!

Euch allen wünsche ich ein sonniges Wochenende 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs COME IN sein muss.

COME IN Weekly (KW 15)

Hallo alle miteinander und herzlich Willkommen zurück bei COME IN Weekly – eurer queeren Wochen-Kolumne!

Diese Woche ist wieder einiges im Bereich LGBTQ*-Rechte auf internationaler Basis passiert .. legen wir also gleich los 🙂

 

Donald Trump – Amerikas Lachfigur #1 – hat mal wieder versucht, Trans*Menschen aus dem militärischen Bereich zu kicken. Schon der erste Versuch wurde erfolgreich abgeblockt, doch das hinderte den Präsidenten nicht daran, weitere Versuche gegen Trans*Soldat_innen zu unternehmen. 

Heute jedoch hat ein Gericht nicht nur den Antrag zurückgewiesen, sondern auch Trans*Menschen zu einer geschützten Personengruppe erklärt, die schon lang genug von systematischer Unterdrückung betroffen ist. Das bedeutet, dass jeglicher Versuch, Trans*Soldat_innen vom Militär auszuschließen mit höchster Sorgfalt überprüft wird. Es müssen also zwingende Gründe für eine Ausschließung vorliegen – Vorurteile oder Stereotype allein seien kein Ausschlussgrund.

Zusätzlich sollten Generäle und Militärsexpert*innen hinzugezogen werden, sollte Trump nochmals versuchen, Trans*Menschen aus dem militärischen Bereich ausschließen zu wollen. Das hatte er jedoch bisher nicht getan, obwohl es mehrfach angeordnet wurde!

Dass nicht jede*r positiv zum Thema Militär und Armee steht, ist mir klar – wichtig ist es aber, diesen Bereich soweit es geht von Diskriminierung freizuhalten und denen, die dem Land dienen wollen, diese Möglichkeit offen zu halten. Diese klare Positionierung des Gerichts war ein kleiner, positiver Lichtblick auf einem sehr beschwerlichen Weg und zeigt mir, dass es nur besser werden kann.

 

Einen weiteren gerichtlichen Meilenstein gab es diese Woche in Trinidad und Tobago

 

Die rund 1,2 Millionen Einwohner der beiden Inseln Trinidad und Tobago dürfen ab sofort gleichgeschlechtlichen Sex haben: Auf Klage eines LGBTI-Aktivisten entschied das Höchstgericht am Donnerstag, dass die Paragrafen 13 und 16 verfassungswidrig seien. Sie hätten auch keinen Effekt mehr, solange sie einvernehmliche sexuelle Beziehungen unter Erwachsenen bestrafen sollen.

Leider ist weiterhin ein Gesetz in Kraft, das Homosexuelle, die nicht Staatsangehörige sind, die Einreise verwehrt – Ähnlich sieht es bei Menschen mit Handicap oder Demenz aus, die Staaten wollen keine “Idioten” in ihrem Land haben.

Trotzdem ist dies, auch wenn das Gesetz vorher oftmals schon gar nicht mehr angewandt wurde, eine positive Neuigkeit aus der Karibik.

 

Nur reisen wir mal kurz zurück nach Deutschland, genauer gesagt nach Bayern:

Im bayerischen Landtags-Sozialausschuss sind am Donnerstag zwei Anträge der fraktionslosen Abgeordneten Claudia Stamm abgelehnt worden, im Freistaat einen Beauftragten der Landesregierung für queere Belange sowie einen gesonderten Beauftragten für LGBTQ*-Geflüchtete zu etablieren. Die CSU, die die absolute Mehrheit im Landtag stellt, lehnte die beiden Anträge ab.

Die bayerische Staatsregierung hatte in der Vergangenheit wiederholt beteuert, dass es der Freistaat nicht nötig habe, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten zu schützen, weil alles bereits jetzt rosig sei. 2015 lehnte die Regierung etwa einen Aktionsplan gegen Homophobie mit folgender Begründung ab: “Die Bayerische Staatsregierung arbeitet bereits auf allen fachlichen Ebenen Homophobie entgegen und kümmert sich um die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen” 

 

Als jemand, der lange Jahre in Bayern gewohnt hat, fehlen mir die Worte – Auch wenn das Ergebnis für mich leider absolut nicht überraschend ist. Bayern wurde in den Augen der CSU offenbar nur für weiße, christliche, cishetero Bayern gemacht. Wer nicht in diese Kategorien fällt, hat scheinbar Pech gehabt.

Persönlich hoffe ich, dass Claudia Stamm weiter hinter ihren Anträgen steht. Bündnis 90/Die Grüne und die SPD hatten zumindest dem ersten Antrag bereits zugestimmt.

 

Die letzte Meldung kommt heute aus Portugal:

Das portugiesische Parlament hat am Freitag mit 109 zu 106 Stimmen ein Gesetz der regierenden “Sozialistischen Partei” (PS) verabschiedet, das es Personen vereinfacht, in offiziellen Dokumenten ihr Geschlecht und ihren Vornamen zu ändern. Dafür reicht zukünftig eine einfache Erklärung ohne weitere medizinische Gutachten aus, wie sie bisher gefordert wurden.

Die Vorlage gilt für Personen ab 16 Jahren, wobei bis zur Erlangung der Volljährigkeit eine Zustimmung der Eltern oder Erzierhungsberechtigten erforderlich ist. Kritisiert wurde jedoch die Nicht-Berücksichtigung von Einwanderern und Flüchtlingen in der Gesetzesvorlage.

Zusätzlich ist auch noch ein Verbot von Operationen an inter* Säuglingen und Kindern, die diese auf ein Geschlecht festlegen sollen, verankert. Betont werden soll auch hier das Recht auf Selbstbestimmung.

 

Herzlichen Glückwunsch an alle Portugies*innen 🙂

 

 

Zu guterletzt soll noch ein Crowdfunding-Projekt vorgestellt werden:

Markus Kowalksi – der bereits für queer.de geschrieben hatte – produziert gerade eine Dokumentation zum Thema “Queer Lives Matter”. Hierbei wurden Personen aus der LGBTQ*-Szene auf der ganzen Welt besucht und interviewt.

Für einen professionellen Cutter fehlen ihm jetzt allerdings noch knapp 1500€ – Wer also noch ein, zwei Euro übrig hat, kann ihm bei der Realisierung seines Projektes helfen.

Den Link zum Crowdfunding-Projekt findet ihr hier!

 

Das wars auch schon für diese Woche.

Allen noch ein sonniges Rest-Wochenende 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.

COME IN WEEKLY (KW 14)

Hallo und herzlich Willkommen zurück zu Come In WEEKLY!

Um die restlichen Sonnenstrahlen noch genießen zu können, halten wir uns diese Woche kurz.  😎 

 

Zu allererst etwas in eigener Sache: Heute wurden die neuen Vorstandsmitglieder*innen des LSVD Sachsen-Anhalt e.V. gewählt.

Mathias und Dominic werden in Zukunft von Mathias (zur besseren Unterscheidung – er wohnt aktuell in Wiesbaden), Grit (die wieder in den Vorstand gewählt wurde) und – zur Überraschung von allen (vor allem mir) – mir unterstützt.

Ich persönlich bin schon unheimlich gespannt auf die Vorstandsarbeit und hoffe, dass wir alle gut miteinander arbeiten werden 🙂

 

Auch bei LAMBDA Sachsen-Anhalt ist einiges im Umbruch. So veranstaltet der Verein nicht nur vom 11. – 16. Mai in Magdeburg die JuLeica (Jugendleiter-Card), sondern auch einen Treff für queere Jugendliche und Jugendgruppen in Dessau!

Die erste queere Freizeit in Sachsen-Anhalt heißt Queernecrt, findet vom 25. – 27. Mai in der Jugendherberge Dessau II statt und soll jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich mit anderen Jugendlichen aus dem LSBTTIQ* Bereich auszutauschen.

Themen sind beispielsweise das eigene Coming-Out, Filmbeiträge oder “Das brauch ich zum guten Leben”. Natürlich darf der Spaß dabei auch nicht fehlen, weswegen gemeinsam gegrillt und ein Lagerfeuer angezündet wird.

Die Freizeit kostet insgesamt 5 Euro, die Anmeldung kann mensch hier finden!

 

Für alle party animals gibt es nächste Woche am 14.04 den GayDance hier in Magdeburg!

Die Party findet im Theater Grüne Zitadelle Magdeburg statt und beginnt um 23 Uhr. Besonders ist dieses Mal, dass alle Gäste mit mehr als 50km Anfahrt (Luftlinie) keinen Eintritt zahlen müssen. Einzig den Personalausweis und eine tagesaktuelle Quittung vom Wohnort müssen vorgelegt werden und schon geht es kostenfrei auf den GayDance.

Alle anderen dürfen an der Abendkasse 8 Euro zahlen, im Vorverkauf gibts die Karten für 6,50 Euro

 

Und zu guter letzt gibt es noch eine Kurzfilmvorstellung aus Norwegen:

“Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern, die wahrhaft gleichgestimmt”, schreibt Shakespeare in seinem Sonett 116. Sondre und Elias lesen es gerade im Schulunterricht. Ihre Hände berühren sich heimlich unter der Schulbank. Denn sie fühlen beide, dass sie für einander bestimmt sind. Aber da weiß Sondre noch nicht, dass Elias eine Nachricht hat, die ihn erschüttern wird.

“Stumm” ist ein Kurzfilm von Eilidh Gow aus Schottland und David Bonecker aus Österreich. Die Idee dazu kam Eilidh nach dem Besuch eines LGBTI-Filmfestivals, bei dem alle Kurzfilme ein tragisches Ende hatten: “Ich bin traurig und frustriert nach Hause gegangen. Ich fand es schrecklich, dass ungeoutete Teenager nur solche Beispiele zu sehen bekommen. Also dachte ich, es ist an der Zeit, jetzt wo ich geoutet bin, einen eigenen Film zu machen, der nicht mit einer toten oder zusammengeschlagenen Person endet.”

Anschauen könnt ihr euch die knapp neunminütige Liebesgeschichte hier

 

Das wars dann auch schon wieder!

Ein sonniges Wochenende wünsche ich euch allen 🙂

 

Bis nächste Woche,

Min. 🌈

 

Dieser Beitrag kann persönliche Meinung des Autors enthalten, die nicht automatisch die Meinung des Jugendtreffs  COME IN sein muss.