Buchvorstellung News

Schlampen mit Moral – Dossie Easton & Janet W. Hardy

 
Copyright © mvg Verlag
Autor: Dossie Easton & Janet W. Hardy
Seiten: 304
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-868-82508-4
Preis: 16,99 €

Der Titel mag abschreckend klingen, aber vielleicht wird er angenehmer zu lesen, wenn man die Moral darin besonders betont. Zugegeben, im Deutschen wirkt auch das noch nicht so versöhnlich. Nehmen wir dies erst einmal so hin, denn was macht Ethik im sogenannten Schlampenleben aus? Und woher kommen all die negativen Bilder, die man beim Wort Schlampe vor Augen hat? Was sexuelle Freizügigkeit angeht, hält die Gesellschaft sofort gewisse Werte parat. Doch nicht nur darum und um das Hinterfragen dieser Werte geht es in diesem Buch, sondern in erster Linie sogar um das glückliche Zusammenleben von Menschen im Allgemeinen.

Hierbei werden ganz grundlegende Tipps zum Zusammenleben und miteinander auskommen im Allgemeinen geliefert. Zunächst: Man kann mehr als nur einen Menschen lieben. Wenn man näher drüber nachdenkt, ist das sogar ganz logisch. Wenn Eltern mehrere Kinder haben, werden diese in der Regel ja auch gleichermaßen geliebt. Es gibt keinen inneren Vorrat an Zuneigung, den man Gefahr läuft aufzubrauchen, sollte man mehr als nur eine Person lieben, sondern Zuneigung und Liebe sind unerschöpflich. Das einzige, was passieren kann, ist dass sie durch andere Gefühle verdeckt werden.

Und hier ist es wichtig, die Ursachen bei sich selbst zu suchen. Auch hierauf geht das Buch ein. Wer für negative Stimmungen anderen die Schuld gibt, wird dadurch nicht glücklicher. Dabei kann jegliche als negativ empfundene Emotion eine Chance sein, über sich selbst zu lernen. Warum fühle ich so? Was ist der Auslöser? Was kann man an der Situation verbessern, um die negativen Emotionen zu vermeiden?

Bei all der Selbst- und Situationsanalyse sollte man jedoch nicht vergessen, sich selbst weiterhin zu lieben. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann offen auf andere Menschen zugehen. Und auch ganz wichtig: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch in zwischenmenschlichen Interaktionen macht man selbst immer wieder einige Fehler. Diese Fehler darf man machen! Wie soll man sonst daraus lernen? Und man darf sie sogar mehrmals machen, denn nur durch wiederholte Übung kann man sich nach und nach verbessern.

Natürlich geht das Buch auch auf andere als die weit etablierten Beziehungsformen ein. Polyamorie und offene Beziehungen werden total selbstverständlich behandelt und Herausforderungen dieser Konstellationen beleuchtet. Wie geht man mit Eifersucht um? Was kann sie für Chancen bieten? Wie verhandelt man Abmachungen? Wie löst man Konflikte? Wie regelt man das Aufziehen von Kindern?

Vermutlich wird jeder beim Lesen dieses Buches das ein oder andere Mal an die Grenzen seiner Komfort-Zone geraten. Mir persönlich gab es an einigen Stellen neue Denkanstöße und hat dazu eingeladen, manche Ansichten aus neuer Perspektive zu betrachten. Und das alles in völlig natürlicher Sprache und Schreibstil. Man fühlt sich richtig wohl beim Lesen, da der Grundtenor ist, dass man selbst als Leser ein wichtiger Mensch ist, verstanden wird und natürlich auch verstanden werden will. Die Passagen sind sehr einfühlsam geschrieben und machen es leicht, sich selbst dabei gelegentlich in Frage zu stellen. Und ich halte dieses Buch für besonders wichtig, da es zu einem friedvolleren Zusammenleben der Menschen untereinander beitragen kann. Das fängt beispielsweise schon damit an, dass man anderen einen Dank aussprechen kann, wenn man angemacht wird. Auch wenn das vielleicht nervig ist, immerhin hat dort gerade jemand bekundet, dass du, genau du, in seinen Augen attraktiv bist. Ist das nicht Anerkennung wert?

Was in Beziehungen hilft, hilft sicherlich auch im Alltag, auf Arbeit, im Freundeskreis oder wo man noch überall mit anderen Menschen kommuniziert. Überall dort sollte man nichts als selbstverständlich voraussetzen, sondern über Erwartungen reden. Somit ist diese Lektüre trotz des Fachbuchcharakters und der Notwendigkeit, sich zum Lesen immer mal einen Stubs verpassen zu müssen, absolut lesenswert.

Robert T.

 

Unser Kurzfilm: “GELIEBTER SAM”

Copyright © COME IN & queerblick

Am 05. und 06. November 2016 war es wieder soweit: Falk Steinborn vom Verein Queerblick war wieder bei uns in Magdeburg und hat einen weiteren Kurzfilmworkshop durchgeführt. Nachdem Falk nach einer kurzen Vorstellungsrunde uns kennen gelernt hatte, ging es direkt in die direkte Planung unseres Kurzfilmes. Da die meisten Filme von Jugendgruppen bei Queerblick eher bedrückender sind, siehe z.B. unseren Kurzfilm „Du Schwuchtel“ aus dem Jahre 2013, wollten wir einen Film machen, der auch ein schönes positives Ende hat. Also kamen wir auf die Lovestory rund um David (Johannes Adam) und Sam (Noah Hutchins). Diese Idee bauten wir dann den ganzen restlichen Tag aus und planten alles, was zu einem Film dazu gehört: Mögliche Drehorte, das Drehbuch, Dialoge, weitere Rollen, usw. Am gleichen Abend gab uns Falk noch eine Einführung, wie man die Technik richtig bedient.

Am zweiten Tag stiegen wir dann in den praktischen Teil des Filmmachens ein. Früh am Morgen drehten wir die Szenen von David beim Schreiben, die Streitszene sowie die Kussszene zwischen David und Sam auf dem Bett in der Wohnung von Robert. Nach dem wir diese Innenszenen im Kasten hatten, machten wir uns auf ans Elbufer unter die Hubbrücke und drehten die Szene auf der Schaukel. Anders als in der Wohnung von Robert, die ja ein Abgeschlossener Raum ist, kamen natürlich Personen am Set vorbei, die Fragen hatten, was wir drehten, aber auch dafür sorgten, dass wir manche Einstellungen mehrfach drehen mussten. Als wir nun die eine Szene aus 3 Blickwickeln gefühlt 1000-mal abgedreht hatten, wechselten wir ans andere Elbufer an die Elbterrassen. Dort drehten wir im Regen, der gut in die Stimmung passte, die Szene, in der Sam den Brief von David liest und David von hinten an Sam heran tritt. Wie man feststellt haben wir die Szenen nicht chronologisch abgedreht. Nach den Einstellungen am Ufer ging es zurück ins Warme, und zwar ins Regenbogencafé. Dort angekommen räumten wir uns das Café so um, dass wir das perfekte Set für unsere Kennenlernszene in unserem Jugendtreff hatten. Nach dem diese abgedreht war, drehten wir noch die Kaufszene vor dem Café in einer Hofeinfahrt mit dem Käufer (Maximilian Pech) und dem homophoben Bruder (Gabriel Rücker) und nahmen die Off-Stimme von David auf. Nach all diesen Szenen waren wir nun fertig mit dem Drehen des Filmes und Falk gab uns noch einen kurzen Einblick in den Schnitt des Videomaterials. Den Workshop beendeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen in unserem Café.

Das Ergebnis dieser zwei sehr produktiven Tage könnt ihr euch nun selber anschauen. In der Folgezeit zwischen Dreh des Filmes und Fertigstellung sind wir von COME IN auf die Idee gekommen, Extras zum Film alleine zu produzieren. Durch diese Arbeit ist unser Nebenprojekt GOQUEER.TV entstanden, das sich nun auch nach dem Film weiter mit dem Produzieren von Inhalten für unseren YouTube-Channel beschäftigt.

Jugendserie sucht Darsteller*in

Wir haben einen Aufruf von UFA erhalten, den wir euch hiermit weiterreichen wollen:

Wir sind zurzeit mitten in der Produktion für eine neue Jugendserie für Funk (das junge Angebot von ARD und ZDF), die auf Snapchat und Instagram erzählt wird. Wir erzählen die Geschichte von Glyn, einer 16 jahre alten nonbinären Hauptfigur, die nach einem Schulwechsel in ein neues Internat kommt. Im Laufe der Geschichte lernt Glyn neue Freund*innen und auch Feind*innen kennen – aber vor allem sich selbst. Gedreht werden sollen die fünf ersten Pilotfolgen vom 24. bis 26.3. oder vom 31. bis 2.4. in einer Berliner Schule.

Uns ist wichtig, dass wir Glyns Geschichte aus der richtigen Perspektive erzählen und Glyn als eine für nonbinäre, jugendliche empowernde Figur zu zeigen. Unser queeres Team ist auf eure Website gestoßen und wir könnten uns gut vorstellen, dass es bei euch Interessent*innen für die Hauptrolle GLYN geben könnte. Wir würden uns freuen, wenn ihr diesen Aufruf an eure Mitglieder weiterleiten könntet:

Nonbinäre Hauptdarsteller*in für Instagram-Serie gesucht!

Wir suchen Dich für unsere Instagram-Snapchatserie GLYN. Du bist nonbinär, würdest dich als genderqueer/fluid oder trans* bezeichnen? Dann suchen wir Dich!

Die Jugendserie GLYN wird im Hochformat auf dem Handy gedreht und startet mit Glyns erstem Tag im Internat. Glyn bezeichnet sich selbst als nonbinär und will sich nicht in die Schubladen von männlich oder weiblich stecken lassen. Glyn’s erster Schultag ist ein Neuanfang und zum Glück gibt es Jana, Glyns zukünftige beste Freundin, die mit Glyn die ersten Schritte in die neue Welt macht und alles auf Instagram festhält. Da in Janas Leben ihrer Meinung nach nicht so viel passiert, gibt sie Glyn ihr Phone um alles Neue zu dokumentieren. Glyn begibt sich auf eine spannende Reise und begegnet in der neuen Klasse z.B dem Klassenschwarm Ezra, der coolen Kat und muss sich manchmal auch mit der Klassensprecherin Melody rumschlagen.

Glyn dokumentiert die Ereignisse ungefiltert auf Instagram Stories und auf Snapchat, reflektiert unverfälscht und in Momenten über das Leben eines nonbinären Teenagers.

Du bist zwischen 16 und 23 Jahre alt und hast vielleicht auch schon erste Schauspielerfahrungen gesammelt? Dann schick uns gleich ein Hochkant-Video von Dir in dem Du dich kurz vorstellst und uns verrätst warum du denkst, dass du die perfekte Besetzung bist, um Glyn zu spielen.

Schicke das Video an den Producer unserer Serie julian.fricker@ufa.de mit Kontaktdaten und deiner Telefonnummer und wir melden uns so schnell wie möglich und laden dich im besten Falle für ein Kennenlernen in Berlin ein. Gedreht werden soll bereits drei Tage Ende März (24-26.3. oder 31.3.-2.4.) und dann mit Option für weitere Drehtage in den Sommerferien 2017. Wir freuen uns von Dir zu hören!

Liebe Grüße das Team GLYN

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Copyright © FUNK

Unser Buchtipp: boy2girl von Terence Blacker

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Als Mädchen zur Schule gehen, obwohl man ein Junge ist? Für manche mag es ein Neuanfang für ein neues Leben sein. Für Sam gehört es zu einer Mutprobe, die er – das sei vorweggenommen – mit Bravour meistert und das sogar länger, als anfangs vorgesehen.

 

Aber fangen wir von vorn an: Sam ist in den USA unter schwierigen Umständen aufgewachsen. Sein Vater sitzt im Gefängnis, weil er „Dinger gedreht“ hat. Mit 5 Jahren schon wurde Sam sogar zu seinem Komplizen gemacht. Seitdem schlagen er und seine Mutter sich allein durch ein wildes Leben, bis sie plötzlich bei einem Verkehrsunfall stirbt, als Sam 13 ist. Nach dem Testament seiner Mutter geht das Sorgerecht auf seine Tante über, die mit ihrem Mann und einem gleichaltrigen Sohn in London lebt. Dort mag er sich zunächst nicht in das schnöde Leben eingliedern, wird zwar von seinem Cousin Matt in dessen Freundeskreis integriert, provoziert dort aber und fliegt gleich wieder raus. Ein blöder Schachzug, wie er erkennt, denn so ist er ganz allein. Also bittet er, in die Gang zurück zu dürfen und schlägt sogar eine Mutprobe vor, um sich behaupten zu können. Doch mit dieser Mutprobe hat er nicht gerechnet: Er soll in der ersten Schulwoche als Mädchen zur Schule kommen, um die den Jungs verfeindete Mädchenclique zu unterwandern und aufzumischen. Zum Erstaunen der Jungs gliedert er sich aber derart gut ein, dass man selbst als Leser den Eindruck bekommt, ob in Sam nicht sogar transsexuelle Tendenzen schlummern.

 

Mittlerweile ist Sams Vater, Crash genannt, aus dem Gefängnis frei gekommen und hat von dem Verbleib seines Sohnes in London gehört. Da außerdem ein Erbe eine große Rolle spielt, beschließt er, Sam zurück zu holen und reist mit seiner neuen Flamme Ottoleen nach England. Dort ist Stunk natürlich vorprogrammiert und um Sam vor Crash zu verstecken, wird die boy-to-girl-Nummer spontan verlängert. Dabei zieht die Verkleidung immer obskurere Kreise in der Schule, angefangen von einem Date mit dem Mädchenschwarm aus der 10. Klasse bis hin zu einer übereifrigen Mutter, die alles daran setzt, dass ihr Sohn auch mal eine Freundin abkriegt. Den Höhepunkt der Geschichte bietet letztendlich die Talentshow der Schule, in der auch Sam mit seiner Mädchenband auftritt und in der plötzlich Crash und Ottoleen unter den Zuschauern sitzen. In einem dramatischen Moment platzt Sams Tarnung…

 

Wenn auch keine echte Trans-Thematik in dem Buch verpackt wird, so wird doch stark mit Geschlechterrollen gespielt und provoziert, weil eben ein Junge, der in einer gutbürgerlichen Schule für ein Mädchen gehalten wird, mächtig Staub aufwirbelt. Was ist denn typisch männlich und typisch weiblich? Kann ein Junge nicht auch Gefühle zeigen? Dürfen Mädchen nicht auch American Football spielen und sich im Schritt kratzen? Wie kritisch ist der Vorwurf zu sehen, Sam werde wegen seiner neuen Rolle selbst immer mehr zum Mädchen? Es ist gut, dass die Figur Sam mit allem souverän umgeht und einfach ihre eigenen Regeln schafft: „So sind wir Mädchen eben“, rief er. „Wenn ihr das nicht rafft, ist das euer Problem“. Leider kann das Ende des Romans nicht überzeugen und wirkt unrealistisch.

Tag der Jugend am 12. August

Jugend bildet MeinungDie Jugend und ihre Bedürfnisse werden in Magdeburg zu wenig wahrgenommen? Dann lasst uns doch gegensteuern! Der internationale Tag der Jugend am 12 August ist genau dazu gedacht, auf Jugendliche und deren Lebenswelt aufmerksam zu machen. In diesem Jahr plant der Stadtjugendring daher einen Jugendaktionstag auf dem Breiten Weg gegenüber dem Karstadt mit einer Infomeile, einer Bühne mit Musikprogramm, Redebeiträgen und Jugendquiz sowie eine Aktionsfläche für weitere Angebote. Ziele sind der Austausch der Aktiven, Präsenz der Jugend im öffentlichen Raum und ansprechende Angebote für junge Menschen.

Um 12 Uhr soll der Aktionstag beginnen und bis 18 Uhr andauern. Das Bühnenprogramm läuft evtl. sogar bis 19 Uhr. Damit findet der Aktionstag parallel und in unmittelbarer Nähe zur Eröffnung der Magdeburger CSD-Woche am Rathaus statt. Diese startet um 14 Uhr mit der Hissung der Regenbogenfahne und einem anschließenden Empfang im Rathaus. So kann man praktischerweise gleich beides miteinander verbinden.

Auch ComeIN ist am Jugendaktionstag beteiligt und wird mit einem Stand vor Ort sein. Daher freuen wir uns, wenn ihr vorbei kommt und hallo sagt. Wenn ihr uns bei den Vorbereitungen und bei der Standbetreuung unterstützen wollt, wäre das fantastisch und würde uns stark helfen. Sprecht und dazu am besten auf den regelmäßigen ComeIN-Treffs montags an oder schreibt uns eine Mail oder Facebook-Nachricht.